Blair witch kehrt zurück: originalteam unterstützt reboot – doch wo bleibt hance?
Ein Schauer läuft Hollywoods Wirbelsäule hinunter: The Blair Witch Project, der Kult-Horrorfilm, der 1999 die Found-Footage-Ära einleitete, erlebt ein Revival. Lionsgate plant einen Reboot, der mehr als nur eine bloße Wiederholung sein soll – ein „neues Denken“, wie es offiziell heißt. Doch der Triumph der Vergangenheit wirft lange Schatten, und die Frage, ob die Magie des Originals wieder eingefangen werden kann, bleibt offen.

Ein vermächtnis, das schwerelos erscheint
Die Geschichte des ersten Blair Witch Project ist legendär: Ein kaum nennenswertes Budget, ein viraler Marketing-Coup und ein Kassenerfolg, der die Filmindustrie nachhaltig prägte. Doch die Nachfolge war denkbar mager. Unzählige Fortsetzungen und Imitationen scheiterten daran, den Nerv des Originals zu treffen. Paranormal Activity war zwar erfolgreich, aber das Gefühl des ursprünglichen Schreckens, der ungelösten Angst, blieb unerreicht. Jetzt versucht Lionsgate es erneut.
Was diese neue Version besonders macht? Die Beteiligung des Originalteams. Regisseure Eduardo Sánchez und Daniel Myrick, sowie Produzent Gregg Hale, sind als Executive Producer an Bord. Auch Joshua Leonard und Michael C. Williams, zwei der ursprünglichen Stars, werden in dieser Funktion mitwirken. Dylan Clark, bekannt für virale YouTube-Kurzfilme, übernimmt die Regie. Das Drehbuch stammt von Chris Thomas Devlin, der bereits an Cobwebs und dem Texas Chainsaw Massacre Reboot arbeitete.
Doch da fehlt etwas: Der Star der Originalbesetzung, Rei Hance (früher bekannt als Heather Donahue), ist nicht dabei. Die Schauspielerin hat sich vor fast zwei Jahrzehnten aus dem Rampenlicht zurückgezogen und sich distanziert von der Blair Witch-Franchise. Ein bitterer Nachgeschmack angesichts der Tatsache, dass die ursprüngliche Crew für ihre Leistungen gerade einmal 1.000 Dollar pro Person und Drehtag erhielt, während der Film Hunderte von Millionen Dollar einspielte – und stattdessen eine Obstkorb erhielt. Ein Skandal, der die Branche schockierte und der sich hartnäckig in der öffentlichen Wahrnehmung verankert hat.
Lionsgate scheint sich der Vergangenheit bewusst zu sein und hat offenbar Schritte unternommen, um die alten Differenzen zu kitten. Die Beteiligung von Leonard und Williams deutet darauf hin, dass zumindest ein Teil der alten Wunden geheilt wurde. Die genauen Details der Handlung bleiben unter Verschluss, und ein Veröffentlichungstermin steht noch aus. Die Fan-Gemeinde hält den Atem an.
Die Herausforderung für Lionsgate ist enorm: Nicht nur den Geist des Originals einzufangen, sondern auch die ethischen Fragen rund um die Behandlung der ursprünglichen Crew anzugehen. Gelingt das, könnte der Reboot zu einem Triumph werden. Andernfalls droht er, in der Versenkung der gescheiterten Fortsetzungen zu verschwinden. Denn The Blair Witch Project war mehr als nur ein Film – es war ein Phänomen, das bis heute nachwirkt.
