Der überraschende ursprung von 'fast & furious': eine geschichte aus new york
Die Filmreihe, die seit zwei Jahrzehnten die Kinobesucher weltweit in ihren Bann zog, hat einen unerwartet bescheidenen Anfang. 'Fast & Furious' – ein Name, der für Adrenalin, spektakuläre Verfolgungsjagden und eine Familie steht, die über alles andere geht – entstammt nicht den glamourösen Rennstrecken des Mittelmeers, sondern den düsteren Gassen von New York.
Ein artikel als keimzelle
Alles begann mit einem Artikel in der Zeitschrift Vibe im Jahr 1998. Ken Li dokumentierte dort das florierende Geschäft mit illegalen Autorennen in der Großmetropole. Dieser Reportage, die die rohe Energie und den Wettbewerbsgeist der Street Racing-Szene einfing, fiel dem Produzenten Neal H. Moritz direkt ins Auge – und bot die perfekte Grundlage für einen Blockbuster.
Doch es gab ein Problem: Der Titel 'Racer X', der ursprünglich für das Projekt vorgesehen war, war bereits lizenziert für eine Verfilmung von Akira Kurosawas Klassiker 'Speed Racer' – damals unter der Leitung des Wachowski-Bruderduos. Ein juristischer Balanceakt, der die Macher dazu zwang, nach einer neuen Identität zu suchen.

Alternativen und irrwege
Die Suche nach dem perfekten Titel gestaltete sich als frustrierend. 'Redline', eine Anspielung auf die maximale Drehzahl eines Motors, wurde kurzzeitig in Betracht gezogen, erwies sich aber als zu wenig treffend für die Saga. Auch 'Racer X' und 'Race Wars' flossen in die Diskussion, wurden aber als zu kitschig abgewiesen.
Roger Corman, ein preisgekrönter Produzent, spielte eine entscheidende Rolle bei der Namensfindung. Während einer Dokumentation über den Filmemacher entdeckte Moritz den Titel 'The Fast and the Furious'. Eine einfache, aber effektive Formulierung, die den Pacing und die Energie des Films perfekt widerspiegelte. Ein Deal mit Corman, der Universal die Nutzungsrechte an einigen Archivmaterialien überließ, rundete die Geschichte ab.
Jean-Claude Van Damme, der bereits für 'Speed Racer' in Betracht gezogen worden war, scheiterte an den körperlichen Anforderungen des Rollenprofils. Die Besetzung des Films war ein riskantes Unterfangen, mit Darstellern wie Matthew Fox (Lost) und Rourke, die sich mit den hohen Anforderungen an den Actionfilm nicht immer vertraut fühlten.
Die Entwicklung von 'Fast & Furious' ist ein Paradebeispiel dafür, wie ein scheinbar banales Ereignis – ein Journalist-Report – zu einer der umsatzstärksten Filmreihen des 21. Jahrhunderts werden kann. Ein Beweis dafür, dass auch im Blockbuster-Business die Wurzeln oft in den bescheidensten Anfängen liegen.