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Ferdinands weg zum frieden: disney-cowboy wird zum symbol des pazifismus

Die Geschichte des kleinen Bullen Ferdinando ist ein Beispiel dafür, wie ein animierter Film politische Welle machen kann - und wie sich Disney dabei in die Mangel ziehen lassen kann.

Ein torero, der nicht toren wollte

1936 veröffentlichte der US-amerikanische Autor Munro Leaf den Kinderbuch-Erfolg 'The Story of Ferdinand'. Illustrationen von Robert Lawson zeigten ein Tier, das von der Idee eines Toreros entsetzt ist und stattdessen lieber Blumen duftet.

Disney übernimmt die geschichte

Disney übernimmt die geschichte

Zwei Jahre später holte Walt Disney das Projekt auf den Schatten seines Studios. 'Ferdinand the Bull', ein achtminütiger Animationskurzfilm, entstand. Die Geschichte blieb unverändert, aber die Darstellung war nicht mehr so exotisch wie im Original. Madrid und Málaga wurden zu anonymen Städten umgestaltet.

Poliitische fehleinschätzung

1938, als der Film vorgeführt wurde, war Spanien im Bürgerkrieg verstrickt. Die Nationalisten unter Franco sahen in Ferdinand einen pazifistischen Protest gegen ihre Militär-Diktatur. Disney warnt, dass die Geschichte 'nicht politisch' sei, aber die Spanier hielten das für eine Beleidigung. Der Film wurde verboten.

Hitler und franco - gemeinsame feind

Aber nicht nur in Spanien war der Film umstritten. In Deutschland, wo Hitler an der Macht war, wurde 'Ferdinand the Bull' als 'kommunistisch' bezeichnet - eine glatte Lüge, aber die Nazis verfolgten ihre eigenen politischen Interessen.

Ein oscar in der tasche

Das merkwürdige Schicksal des Films endete mit einem Oscar. 1939 erhielt Disney den Preis für den besten animierten Kurzfilm. Aber die politische Debatte über Ferdinand hörte erst in den 1970er Jahren auf, als Franco starb.

Legende in der gaming-welt

Heute ist Ferdinand ein bekannter Charakter in der Welt der Computerspiele. Er trat in verschiedenen Titeln wie 'Crash Bandicoot' auf und hat damit einen Platz in der Popkultur gefunden - eine Sache, die Walt Disney sicherlich nicht vorhergesehen hatte.

Das ist die Geschichte von Ferdinando, dem Torero, der lieber friedlich lebte als sich mit dem Tod auseinanderzusetzen. Ein simple Kinderbuch-Erfindung, die in politischen Wirren verheddert wurde und heute als Symbol für das Streben nach Frieden gesehen wird.