Verpasste chance: george r.r. martin's traum von max headroom

Bevor er zum Synonym für moderne Fantasy wurde, musste George R.R. Martin eine bittere Pille in Hollywood herunterschlucken: Seine Drehbücher blieben oft im Sande liegen. Eine der größten Enttäuschungen war die Geschichte um die Science-Fiction-Serie Max Headroom und insbesondere die Episode “Xmas”.

Der traum von einer konsumorientierten weihnacht

Der traum von einer konsumorientierten weihnacht

In den 1980er Jahren versuchte sich Martin als Drehbuchautor für das satirische Format. Er feierte anfänglich Erfolge, beispielsweise mit Auftritten in The Twilight Zone. Doch der Durchbruch blieb ihm verwehrt. Die Serie Max Headroom, die nur zwei Staffeln lief, bot eine Plattform für seine kreativen Ideen – mit einem bitteren Beigeschmack.

Die Episode “Xmas”, geschrieben 1987, hatte eine faszinierende Prämisse: Eine Weihnacht, in der der Konsum im Mittelpunkt steht. Die Menschen versammeln sich vor dem Fernseher, um online einzukaufen – wer am meisten kauft, feiert am besten. Michael Cassutt, ebenfalls Drehbuchautor, beschreibt die Idee als eine schonungslose Satire auf die Kommerzialisierung der Festtage.

Die Serie wurde jedoch abrupt abgesetzt. Martin selbst erinnert sich, dass diese Absage die erste große Enttäuschung in seiner televisualen Karriere war. „Ich hatte weniger als zwei Jahre Erfahrung im Fernsehen und bis zu ‘Xmas’ hatte ich Glück gehabt. Das Drehbuch war fertig, geplant… und dann wurde die Serie gestrichen.“

Die Episode blieb ungesehen, ein verstaubter Traum. Erst Jahrzehnte später präsentierte Martin das Drehbuch in einer öffentlichen Lesung, die auf großes Interesse stieß. Viele Zuschauer empfanden “Xmas” als würdig der ausgestrahlten Episoden. Eine bemerkenswerte Erkenntnis, die zeigt, wie nahe Martin an einem großen Erfolg hätte sein können. Die Geschichte von Max Headroom und “Xmas” ist ein eindrückliches Zeugnis dafür, dass selbst die größten Autoren mit Rückschlägen konfrontiert werden.

Die verpasste Chance ist ein Lehrstück. Sie zeigt, dass kreative Visionen nicht immer sofort Früchte tragen, aber auch, dass sie im Laufe der Zeit wiederentdeckt und gewürdigt werden können. Und dass die Welt manchmal Dinge verpasst, die sie später dringend braucht.

n