Washingtons zorn: hollywood-star blockiert liebesgeschichte
Ein seltenes Machtgefüge innerhalb der Filmproduktion offenbarte sich vor über 25 Jahren: Der Hollywood-Star Denzel Washington verhinderte eine romantische Nebenhandlung in dem Science-Fiction-Thriller Virtuosity, weil er eine abstoßende Wahrheit über die Geschmäcker seiner Kinopublikumserwartungen erkannte.

Ein drehbuch, das zum scheitern verurteilt war
Die Produktion von Virtuosity, ein Film von Brett Leonard aus dem Jahr 1995, sollte die Geschichte eines ehemaligen Polizisten erzählen, der eine Chance auf Freiheit erhält, indem er einen virtuellen Verbrecher jagt. Die ursprüngliche Handlung enthielt eine Liebesgeschichte zwischen dem Protagonisten und der virtuellen Psychologin Madison Carter, gespielt von Kelly Lynch. Lynch selbst erinnerte später, dass Washington vehement gegen die Umsetzung dieser Romanze einzuwenden hatte.
„Ich fragte ihn: ‚Denzel, was ist los? Warum glaubst du nicht, dass dein Charakter sich zu Kelly hingezogen fühlen könnte?‘“, berichtete Lynch. Sie betonte, dass die Beziehung keineswegs ein kitschiges Liebespaar-Klischee sei, sondern eine gut geschriebene und emotional packende Geschichte.
Washingtons Antwort überraschte sie zutiefst: „Kelly, es fällt mir schwer, es zu sagen, aber weiße Männer nehmen ihre Frauen ins Kino und wollen dort keine schwarzen Männer mit weißen Frauen sehen.“ Diese Aussage enthüllte eine erschreckende Prämissen-Vorbehalte, die offenbar die Produktionsfirma zu berücksichtigen gezwungen hat.
Der Preis der Konformität
Washingtons Entscheidung, die Liebesgeschichte zu streichen, hatte weitreichende Konsequenzen. Virtuosity wurde zwar finanziell ein Erfolg, aber nicht zu einem Klassiker der Filmgeschichte. Der selbstkritische Schauspieler bezeichnete die Phase nach dieser Entscheidung als eine der unregelmäßigsten in seiner Filmografie. Die Tatsache, dass der Film trotz seines Budgets von 30 Millionen Dollar und seiner Zuschauergenerierung von 24,048 Millionen Dollar, kaum in der Erinnerung bleibt, ist ein bezeichnendes Zeugnis für die Kosten der Konformität und die unerbittlichen gesellschaftlichen Vorurteile, die selbst den renommiertesten Hollywood-Stars beeinflussen können. Ein Fall für die Ewigkeit
Lynch wies darauf hin, dass sie ein ähnliches Beispiel aus dem Jahr 1991 in Kevin Costners Film Der Schwindler vorlegen könne, in dem die Beziehung zwischen Costner und Whitney Houston als authentisch und glaubwürdig dargestellt wurde. Washingtons Ablehnung dieser Präzedenzfälle deutete auf eine tief verwurzelte Skepsis hin.
Die Geschichte von Denzel Washington und Virtuosity ist mehr als nur eine Anekdote über einen verpassten Liebesfilm. Sie ist eine verstörende Erinnerung daran, wie gesellschaftliche Vorurteile und die Angst vor dem Anderssein selbst die kreativen Prozesse in der Filmindustrie beeinflussen können – und wie wichtig es ist, diesen Einflüssen entgegenzutreten.