Chinas ki-offensive: arbeitsplätze statt angst? | 3djuegos

Peking präsentiert Künstliche Intelligenz als Lösung für Arbeitslosigkeit und Produktivitätssteigerung – ein kühner Narrativ inmitten steigender Arbeitslosigkeit und einer alternden Bevölkerung. Die Ankündigung erfolgte während einer Parlamentssitzung, während die chinesische Wirtschaft nach Wachstumsimpulsen sucht.

Ein wettlauf gegen die zeit: ki als rettungsanker

Die Regierung verspricht sich von der KI die Schaffung von Arbeitsplätzen für 12,7 Millionen Hochschulabsolventen dieses Jahres. Dieser Ansatz adressiert ein drängendes Problem: In einem Jahrzehnt werden rund 300 Millionen Chinesen in Rente gehen, was den Druck auf Rentensysteme und Produktivität erhöht. Chinas ambitioniertes Wachstumziel von 4,5 bis 5 Prozent – der niedrigste Wert seit den 1990ern – steht im krassen Gegensatz zu einem historischen Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit.

Der umfassende KI-Plan „AI+“ soll die Technologie in Bereichen wie Dienstleistungen, Fertigung, Gesundheitswesen und Bildung implementieren. Dabei geht es nicht nur um Automatisierung, sondern auch um die Schließung von Fachkräftelücken durch Roboter, Agenten und branchenspezifische Modelle. Universitäten wie ShanghaiTech setzen auf die Förderung von Fähigkeiten wie kritisches Denken und Kreativität, die schwer zu automatisieren sind.

Doch nicht alle teilen die optimistische Sichtweise der chinesischen Regierung. Wirtschaftswissenschaftler wie Alicia García-Herrero warnen vor steigendem Lohndruck und wachsender Arbeitslosigkeit, falls keine ausreichenden soziale Sicherungssysteme geschaffen werden. Auch Cai Fang betont, dass die Jobvernichtung oft schneller erfolgt als die Jobschaffung durch neue Technologien. Die Entwicklung von selbstfahrenden Taxis und Lieferdiensten wirft bereits Fragen auf.

Während Google-Gründer Sundar Pichai seine Mitarbeiter zu 60-Stunden-Wochen aufforderte – allerdings nicht alle – und Vinod Khosla voraussagt, dass Kinder ab 2026 möglicherweise nicht mehr arbeiten müssen, bleibt die Frage, ob die KI-basierte Arbeitswelt tatsächlich eine neue Ära der Fülle bringt oder ob eine tiefgreifende Umstrukturierung der Wirtschaft und Gesellschaft erforderlich ist.

Die Betonung auf KI als Lösung für Arbeitsplatzverluste mag eine strategische Notwendigkeit sein, doch die sozialen und wirtschaftlichen Folgen bleiben ungewiss.