Gog-fauxpas: ss-symbole ruinieren marketing-kampagne
Ein peinlicher Fehltritt hat den Online-Spielehändler GOG ins Rampenlicht katapultiert – und das aus den falschen Gründen. Was als werksame Promotion für das vielversprechende Fantasy-Rollenspiel „The End of the Sun“ gedacht war, endete in einem PR-Desaster, das die Firma teuer zu stehen kommen könnte.

Die rune, die zur hölle führte
Die Ursache des Aufruhrs liegt in einer E-Mail-Kampagne, die GOG am 5. Juni versendete. Ziel war es, das Spiel vorzustellen, doch der Newsletter enthielt eine Darstellung der Runen Sowilo (die Sonne). Aufgrund eines Render-Fehlers, der vor allem auf mobilen Geräten und in bestimmten Browsern auftrat, wurde diese Rune jedoch als das berüchtigte Symbol der Schutzstaffel (SS) dargestellt – ein Symbol des Schreckens und der Verfolgung, das in Europa einen dunklen Schatten geworfen hat.
Die Assoziation war sofort offensichtlich, und die Reaktionen der Nutzer blieben nicht aus. GOG reagierte umgehend mit einer Entschuldigung, in der eine Kette von Missgeschicken verantwortlich gemacht wurde: Kommunikationsprobleme mit dem deutschen Qualitätskontrollteam, inkonsistente Schriftarten-Darstellung und Personalmangel an einem Feiertag. Eine Erklärung, die bei vielen auf wenig Verständnis stieß.
Das Team versuchte, die Situation über Reddit zu entschärfen, räumte aber ein, dass die Kombination zweier Runen tatsächlich eine unerwünschte Verbindung zu einer der dunkelsten Epochen der europäischen Geschichte herbeiführen kann. Die E-Mail wurde in Deutschland, wo die Verwendung von NS-Symbolen strengstens verboten ist, sofort gestoppt. In anderen Ländern hingegen wurde die Kampagne fortgesetzt – eine Entscheidung, die für zusätzliche Kritik sorgte.
Die Entwickler von „The End of the Sun“ distanzierten sich umgehend von dem Vorfall und betonten, dass ihr Spiel keinerlei Verbindung zu den Gräueltaten des Zweiten Weltkriegs hat und die Verwendung der Runen für sie völlig unverständlich sei, da die slawische Mythologie traditionell keine Runen kennt wie die germanische oder nordische.
Dieser Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die Notwendigkeit sorgfältiger Prüfung von Marketingmaterialien, insbesondere wenn kulturelle Symbole involviert sind. Ein simpler fehler in der Darstellung kann schnell eine Lawine der Empörung auslösen und den Ruf eines Unternehmens nachhaltig schädigen. Es ist eine Mahnung, dass Sensibilität und kulturelles Bewusstsein im digitalen Zeitalter unerlässlich sind. Das Vertrauen der Spieler ist fragil und erfordert ständige Aufmerksamkeit und Respekt.
