Dead or alive 6: last round – eine enttäuschende nostalgie
Die Gaming-Welt feierte kürzlich einen Rückblick auf eine längst vergessene Ära des Fighting-Genres: Dead or Alive kehrte mit Last Round zurück, versprach eine verbesserte Version des letzten Teils und eine Hommage an die Wurzeln der Serie. Doch was wir erhalten haben, ist weit mehr eine Mahnung an vergangene Fehler als ein Triumph über die aktuellen Standards.

Ein nostalgischer hauch, der verpufft
Die Ankündigung hatte hohe Erwartungen geweckt. Es sollte die perfekte Kombination aus klassischem Gameplay und moderner Grafik sein, eine Art digitale Zeitkapsel, die die Fans der 90er Jahre in ihren Bann zieht. Tatsächlich enthält Last Round alle DLCs, eine umfangreiche Grafik- und Balance-Überarbeitung sowie den vielbeachteten Foto-Modus. Doch hinter der Fassade verbirgt sich eine schlichtweg enttäuschende Erfahrung, die das Potenzial der Serie verschenkt.
Schon 2019 war Dead or Alive 6 mit gravierenden Schwächen geplagt. Last Round verstärkt diese Probleme lediglich. Das Spiel fühlt sich in jeder Hinsicht wie ein Relikt aus einer vergangenen Ära an – und das ist in keinem positiven Sinne zu verstehen. Die Konkurrenz im Fighting-Genre hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht, während Dead or Alive 6: Last Round im Sande verschwand ist.
Das Kern-Gameplay ist jedoch nicht ohne Reiz. Das System aus drei Haupttasten – Schlag, Tritt und Griff – ist intuitiv und ermöglicht einen schnellen Einstieg. Das System der „Stein, Papier, Schere“ sorgt für interessante Dynamik und erfordert ein gewisses Maß an taktischem Geschick. Die kombinierten Angriffe sind simpel, aber effektiv, und der Fokus liegt auf kurzen, präzisen Kombinationen und der Nutzung der Umgebung. Der quadrat-Button dient als Schutz und ermöglicht präzise Konter. Die Rotation-Meter – ein Feature, das in der Serie schon immer eine Besonderheit darstellte – ist ein cleveres System, das das Spielgeschehen zusätzlich bereichert und dem Kämpfer mehr taktische Optionen bietet.
Doch trotz dieser positiven Aspekte wird das Spielerlebnis durch eine Reihe von Mängeln beeinträchtigt. Die Geschichte ist ein absolutes Desaster, ein wirres Durcheinander von Charakteren und Handlungssträngen, das keinerlei Bezug zur Serie hat. Der Online-Modus ist veraltet und ohne wichtige Features wie Netcode-Rollback oder Crossplay. Die angekündigten Verbesserungen wurden nicht umgesetzt, was in einer Zeit, in der das Fighting-Genre von bahnbrechenden Innovationen geprägt ist, besonders enttäuschend ist.
Die Charaktere selbst sind zwar optisch gelungen, doch die Gesichtstexsturen wirken stellenweise hinkend. Die wiederkehrenden Umgebungen sind zwar detailliert, aber auch wenig abwechslungsreich. Der Foto-Modus ist ein nettes Extra, aber nicht genug, um das Spiel für längere Zeit zu motivieren. Die DLCs, die alle Charaktere beinhalten, sind mit einem umständlichen Farm-System verbunden, das das Spielerlebnis unnötig verkompliziert.
Dead or Alive 6: Last Round ist eine verpasste Chance. Die Serie hat das Potenzial, sich im Fighting-Genre zu behaupten, doch Last Round verkommt zu einer enttäuschenden Nostalgie – ein Spiel, das mehr an die Vergangenheit erinnert als an die Zukunft. Ein solides Spiel in der Grundausstattung, aber fernab von den Erwartungen, die mit dem Titel verbunden waren.
