Festplattenknappheit 2026: ki-boom treibt preise in die höhe

Ein düsteres szenario für pc-gamer

Die Welt der PC-Gaming erlebt aktuell eine schwierige Zeit. Nachdem bereits RAM und Grafikkarten unter massiven Lieferengpässen litten, stehen nun auch Festplatten im Visier. Die Nachfrage durch den boomenden KI-Sektor hat zu einer beispiellosen Situation geführt, die sich voraussichtlich noch lange hinziehen wird. Als Barbara Müller, langjährige Beobachterin der Gaming-Szene, habe ich die Entwicklung genau verfolgt und möchte die Hintergründe und Auswirkungen für PC-Gamer beleuchten.

Seagate und western digital: ausverkauft bis 2027

Laut einem Bericht des deutschen Fachmagazins Heise haben sowohl Seagate als auch Western Digital, zwei der größten Festplattenhersteller weltweit, ihre Investoren darüber informiert, dass ihre Lagerbestände für das Jahr 2026 bereits vollständig ausverkauft sind. Diese Situation dürfte sich voraussichtlich bis 2027 fortsetzen. Das bedeutet, dass die Verfügbarkeit von Festplatten drastisch reduziert und die Preise entsprechend steigen werden.

Preisanstieg: ein beispiel

Ein anschauliches Beispiel ist die WD Blue Festplatte mit 4 TB. Diese war vor einigen Monaten bei Amazon für 67 bis 85 Euro erhältlich, kostet aber aktuell schon 99 Euro. Diese Preiserhöhung ist ein deutliches Zeichen für die zunehmende Knappheit und die daraus resultierende Preisentwicklung. Der Anstieg betrifft nicht nur Festplatten, sondern auch SSDs, da diese versuchen, die entstandene Lücke zu füllen.

Warum festplatten für ki so wichtig sind

Festplatten waren lange Zeit eine kostengünstige Möglichkeit, den Speicherplatz eines PCs zu erweitern, obwohl sie als Hauptspeicher zunehmend von SSDs abgelöst werden. Ihr Vorteil liegt in der großen Speicherkapazität zu einem relativ niedrigen Preis. Genau dieser Vorteil macht sie jedoch auch für KI-Training so attraktiv. Das Training von großen Sprachmodellen (LLMs) wie ChatGPT oder Gemini erfordert riesige Datenmengen, weshalb KI-Unternehmen die Speicherkapazität über die Geschwindigkeit stellen.

Der dominoeffekt: ssds unter druck

Die gestiegene Nachfrage nach Festplatten hat einen Dominoeffekt ausgelöst. Da Festplattenhersteller ihre Produktionskapazitäten ausreizen, müssen SSDs die fehlende Speicherkapazität kompensieren. Dies führt zu einer zusätzlichen Belastung der SSD-Produktion und treibt auch deren Preise in die Höhe. Bereits im Januar dieses Jahres waren erste Preisanstiege bei SSDs zu beobachten, und die Situation hat sich seither weiter verschärft. Die Abhängigkeit von ähnlichen Komponenten verschärft das Problem zusätzlich.

Ausblick: teurere gaming-pcs

Angesichts der aktuellen Entwicklungen ist davon auszugehen, dass die Preise für Vorgefertigte Gaming-PCs und andere Gaming-Hardware in den kommenden Monaten weiter steigen werden. Es scheint, als ob fast keine PC-Komponente mehr von den Auswirkungen der KI-getriebenen Nachfrage verschont bleibt. Die Situation erfordert eine sorgfältige Planung beim Aufrüsten des Gaming-PCs, und eine Entscheidung für gebrauchte Komponenten könnte eine sinnvolle Alternative darstellen.

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