Amazon prime video ultra: der preis für werbefreies streaming steigt – und das ist der haken
Die Streaming-Landschaft rückt für Nutzer und Anbieter gleichermaßen in den Fokus. amazon erhöht die Preise für sein Premium-Angebot Prime Video deutlich – und das mit einem neuen Tarif, der auf werbefreies Schauen setzt.

Amazon erhöht den preis für werbefreies prime video um 5 euro
Ab dem 10. April soll der neue Tarif „Prime Video Ultra“ in den USA für 4,99 Euro zusätzlich zum aktuellen Prime-Abo angeboten werden. Das bedeutet eine Preiserhöhung von 66 Prozent für den werbefreien Genuss von Filmen und Serien.
Die Entscheidung von amazon kommt nicht überraschend, doch die Höhe der Erhöhung sorgt für Empörung. Schließlich müssen Prime-Mitglieder bereits für den werbefreien Streamen zusätzlich 2 Euro zahlen. Nun steigen die Kosten um das Doppelte.
amazon begründet den Preisanstieg mit den hohen Kosten für die Bereitstellung eines werbefreien Streaming-Dienstes mit Premium-Funktionen. Das Unternehmen argumentiert, der neue Tarif passe sich an andere Streaming-Anbieter an und biete gleichzeitig Flexibilität.
Doch die Kritik an der Entwicklung ist groß. Viele Nutzer sehen in der zunehmenden Anzahl von Streaming-Diensten und den damit einhergehenden Preiserhöhungen eine Entwicklung, die letztendlich die Verbraucher überfordert. Die Erinnerung an die Zeiten zurück, als Netflix für 11,99 Euro ein umfangreiches Angebot mit Account-Sharing bot, ist noch lebendig. Jetzt müssen mehrere Abonnements abgeschlossen werden, und das Account-Sharing wird immer eingeschränkt.
Die neuen Vorteile von Prime Video Ultra sind zwar nicht zu verachten: Fünf gleichzeitige Wiedergaben statt drei, 100 Downloads in 4K statt 25 und natürlich – werbefreies Schauen. Ob diese Verbesserungen die hohen Kosten rechtfertigen, ist fraglich.
Die Entwicklung erinnert an eine „Instagramisierung der Werbung“, wie bereits AVPasión prognostiziert hat. Streaming-Dienste setzen immer stärker auf Werbung, um ihre Einnahmen zu steigern. Doch diese Strategie könnte sich als kontraproduktiv erweisen und die Nutzer dazu veranlassen, wieder auf illegale Alternativen zurückzugreifen.
Die Kombination aus steigenden Preisen, der Notwendigkeit, mehrere Dienste zu abonnieren und der Einschränkung des Account-Sharings könnte dazu führen, dass die „Goldgrube“ des Streaming-Marktes bald versiegt.
Die Ankündigung von amazon, die Preisanpassung zunächst nur in den USA einzuführen, ist lediglich der Anfang. Die Entwicklung wird sich wahrscheinlich auch nach Europa ausweiten. Und es wird ein Zeichen gesetzt: Die Ära des billigen Streamings neigt sich dem Ende zu. Die Nutzer werden wohl bald feststellen, dass werbefreies Schauen ein Luxus wird, für den man bereit ist, deutlich mehr zu bezahlen.
