Diablo: blizzard muss entwicklungstempo überdenken – fünf titel in 30 jahren?
Die Diablo-Saga hat eine bemerkenswerte Geschichte. Doch die Entwicklung wird langsam zu einem Problem.

Gavian whishaw fordert ein verändertes entwicklungsmodell
Nach fast 30 Jahren und fünf Hauptspielen stellt sich Blizzard die Frage, wie die düstere Fantasy-Reihe in Zukunft aussehen soll. In einem Interview mit Variety sprach Gavian Whishaw, Executive Producer und VP von Diablo IV, über die Herausforderungen, eine langjährige IP frisch zu halten. Seine Worte lassen wenig Raum für Optimismus bezüglich schneller neuer Teile.
Die Entwicklungszyklen für Diablo-Spiele sind enorm. Zwischen Diablo II und Diablo III vergingen 12 Jahre, zwischen Diablo III und Diablo IV weitere 11 Jahre. Whishaw deutete an, dass die kommenden 30 Jahre nicht mit einer ähnlichen Geschwindigkeit von fünf Spielen abgeschlossen werden.
„Es ist ziemlich kompliziert, wenn man über Titel spricht, die seit 20 Jahren auf dem Markt sind und die Leute weiterhin darauf aus sind, sie zu spielen und sich über neuen Content zu freuen“, erklärte Whishaw. Er wünscht sich eine Beschleunigung des Entwicklungstempos, ohne konkrete Zeitpläne zu nennen.
Der Fokus liegt derzeit auf Diablo IV: Lord of Hatred, das am 28. April erscheint. Die Expansion soll die Spieler noch länger bei Laune halten – ein typisches Vorgehen für Blizzard, das aber die Frage aufwirft, ob dies langfristig tragfähig ist. Denn die langwierigen Entwicklungszeiten könnten die Kreativität und das Interesse der Community irgendwann schmälern.
Rod Fergusson, der ehemalige Franchise-Chef, hatte bereits im vergangenen Jahr angekündigt, dass Diablo IV noch mindestens 10 Jahre Content-Updates erhalten soll. Das bedeutet: Diablo 5 wird wohl noch auf sich warten lassen.
Ein Nebenaspekt: Die Praxis, beim Vorbestellen von Spielen zusätzliche Inhalte wie Potions oder Skins zu verschenken, wird von manchen Fans als Ablenkung von dem wirklich Wichtigen kritisiert. Die eigentliche Sorge liegt in den langen Entwicklungszeiten, die die Innovationskraft der Reihe gefährden könnten. Blizzard scheint sich der Problematik bewusst zu sein, doch ob eine echte Veränderung erfolgt, bleibt abzuwarten.
Die Zukunft von World of Warcraft steht ebenfalls im Schatten. Blizzard hat bereits angekündigt, dass viele Charaktere in dem MMORPG sterben werden. Dieser düstere Ausblick unterstreicht die Herausforderungen, mit denen das Unternehmen konfrontiert ist.
Die lange Wartezeit auf neue Diablo-Spiele könnte sich langfristig als Fehler erweisen. Der Markt verändert sich rasant, und Blizzard muss schnell handeln, um die Relevanz der Reihe zu bewahren. Die Frage ist nicht, ob es noch Diablo geben wird, sondern wie es aussehen wird.