Digi-kunden wechseln zu eigenen routern – ein teurer umstieg?
Bukarest – Die rumänische Telekom-Kette Digi lockt Kunden mit Routern in Leasemodell an, doch die Option, eigene Geräte zu nutzen, gewinnt an Bedeutung. Warum? Die Antwort liegt in fehlenden Funktionen und der Frage nach der eigenen Netzwerksicherheit.

Eigene router erfreuen sich wachsender beliebtheit
Viele Digi-Kunden greifen zunehmend auf neutrale Router zurück, die sie selbst erwerben und konfigurieren. Ein Grund dafür ist die fehlende Client Isolation – eine Sicherheitsfunktion, die verhindern soll, dass Geräte im selben WLAN-Netz miteinander kommunizieren können. Dies ist besonders für Nutzer mit Smart-Home-Anlagen von Bedeutung.
Digi selbst bietet zwar die Möglichkeit, Router-Ports für einen geringen monatlichen Aufpreis zu öffnen, doch die Client Isolation fehlt weiterhin. Auch die Option einer Gäste-WLAN-Netzwerk ist nicht standardmäßig gegeben.
Ein weiterer Knackpunkt: Wer auf einen neutralen Router setzt, verliert die Verbindung zum Festnetztelefon. Ein Service, den viele Kunden weiterhin nutzen.
Die Frage, ob sich der Umstieg lohnt, hängt stark vom individuellen Nutzerprofil ab. Wer Wert auf Sicherheit und Flexibilität legt und auf das Festnetz verzichten kann, findet in einem neutralen Router möglicherweise eine bessere Lösung. Doch die Kosten müssen dabei nicht außer Acht gelassen werden.
Was die Kunden wirklich wollen: Die Diskussion um Client Isolation und Gäste-WLAN-Netzwerke zeigt, dass die Nutzer mehr Kontrolle über ihre eigenen Netzwerke wünschen. Digi hat bisher keine Stellungnahme zu einer möglichen Einführung dieser Funktionen abgegeben.
Die Alternative ist nicht kostenlos. Während der Kauf eines neutralen Routers eine einmalige Investition darstellt, entstehen bei Digi monatliche Kosten für die Port-Öffnung und der Verlust des Festnetzes. Es bleibt abzuwarten, ob der Druck der Kunden Digi dazu bewegen wird, seine Router-Strategie zu überdenken.
Carlos Zapatero, Experte für Telekommunikation, beobachtet diese Entwicklung genau. „Die Kunden fordern mehr Kontrolle. Digi muss reagieren, wenn sie nicht Kunden verliert.“
