Digi-kunden wechseln zu eigenen routern: sicherheitsbedenken und ein kompromiss
Bukarest – Kunden des rumänischen Telekommunikationsanbieters Digi greifen zunehmend zu eigenen Routern. Der Schritt ist eine Reaktion auf Sicherheitsbedenken und die fehlende Funktionalität der von Digi bereitgestellten Geräte. Doch dieser Wechsel hat einen Haken.
Der Operator bietet seinen Neukunden Router mit Wi-Fi 6 oder Wi-Fi 7 an, abhängig vom gewählten Tarif. Nach Vertragsende müssen diese jedoch zurückgegeben werden, andernfalls drohen Strafen. Eine wachsende Zahl von Kunden entscheidet sich nun für neutrale Router, die sie selbst erwerben und konfigurieren.

Mehr flexibilität, bessere leistung – und ein sicherheitsrisiko?
Neutrale Router versprechen mehr – eine bessere WLAN-Abdeckung, höhere Flexibilität und oft eine verbesserte Performance im Vergleich zu den Modellen von Digi. Ein wichtiger Punkt für viele Nutzer ist die fehlende Option der Client Isolation / SSID Isolation in den Digi-Routern. Diese Funktion verhindert die Kommunikation zwischen Geräten im selben Netzwerk und erhöht so die Sicherheit der Heimnetzwerke.
„Die fehlende Client Isolation ist ein Sicherheitsrisiko“, kritisiert ein Digi-Kunde in einem Online-Forum. „Ich muss meine eigene Netzwerkumgebung schützen, besonders mit Smart-Home-Geräten.“ Zudem sehnen sich Nutzer nach einer einfachen Möglichkeit, ein Gäste-WLAN zu erstellen, um die Privatsphäre ihrer Hauptverbindung zu wahren.
Allerdings gibt es einen Nachteil: Wer einen neutralen Router nutzt, verliert die kostenlose Festnetztelefonie, die Digi als Teil seines Angebots beinhaltet. Für viele Kunden ist diese Funktion ein wichtiger Bestandteil ihres Tarifs.
Die Diskussion um Sicherheitsfragen und die Kontrolle über die eigene Netzwerkinfrastruktur spitzt sich zu. Während Digi bislang keine konkreten Pläne zur Einführung der Client Isolation bekannt gegeben hat, zeigt die steigende Nachfrage nach neutralen Routern, dass Kunden bereit sind, Kompromisse einzugehen, um ihre Privatsphäre zu schützen. Dieser Trend könnte für den Telekommunikationsmarkt weitreichende Folgen haben.
Ein weiterer Punkt, der derzeit viel diskutiert wird: Die Frage, wann Digi seine Router auf Wi-Fi 6 umrüsten wird. Die Kunden sind ungeduldig.
