Japanischer raumfrachter htv-x startet unabhängige mission
Tokio – Der japanische Raumfrachter HTV-X hat sich erfolgreich von der Internationalen Raumstation (ISS) getrennt und seine unabhängige Missionsphase begonnen. Das Raumschiff soll die kommenden drei Monate als Testplattform für verschiedene Experimente im Orbit dienen.

Htv-x: ein nachfolger mit erweitertem potenzial
Der HTV-X, der Nachfolger des HTV, der 2020 außer Dienst gestellt wurde, bietet eine deutlich größere Nutzlastkapazität. Im druckbeaufschlagten Bereich können 4.070 Kilogramm geladen werden, zusätzlich weitere 1.750 Kilogramm im unpressurisierten Bereich. In seiner ersten Mission wurden 4.000 Kilogramm im druckbeaufschlagten Bereich und 250 Kilogramm im unpressurisierten Bereich transportiert.
Das Volumen des Raumfahrzeugs ist mit 78 Kubikmetern insgesamt ebenfalls größer als beim Vorgängermodell. Besonders bemerkenswert ist die Fähigkeit des HTV-X, Experimente mit Strom zu versorgen und bis zu 18 Monate im Orbit zu verweilen.
Die erste Mission umfasst eine Reihe von Tests. So soll das Satellitenstartsystem H-SSOD den CubeSat Ten-Koh 2 auf eine Höhe von etwa 500 Kilometern bringen. Dies verlängert die Lebensdauer im Orbit deutlich.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Test von Mt.FUJI, einem Demonstrator für Satelliten-Lidar-Telemetriesysteme (SLR), dessen Daten mit Standard-Navigationssystemen verglichen werden. Zudem werden Technologien für zukünftige Solarenergieanlagen im Weltraum und die leichte, faltbare Antenne DELIGHT erprobt.
Auch die nächste Generation von Solarzellen, SDX, wird getestet. Am Ende der Mission wird der HTV-X in einer kontrollierten Atmosphäre wieder eingetreten, wobei sowohl das Raumschiff als auch Abfallmaterialien zerstört werden.
Diese unabhängige Mission des HTV-X unterstreicht Japans wachsenden Einfluss im Bereich der Raumfahrt und die zunehmende Bedeutung kommerzieller Raumfahrtaktivitäten. Der Erfolg der Mission könnte den Weg für weitere innovative Anwendungen ebnen – und zeigt, dass der Orbit nicht nur ein Transitraum, sondern zunehmend ein Labor wird.
