Pathfinder-desaster: wie ein mmorpg-traum in rauch aufging

Die Geschichte von Pathfinder Online ist eine Warnung – und eine faszinierende Fallstudie darüber, wie hoch die Risiken bei ambitionierten Crowd-Funding-Projekten sind. Paizo, die Urheber des beliebten Tabletop-Rollenspiels Pathfinder, wagten sich 2012 an eine digitale Umsetzung ihrer Fantasy-Welt – mit katastrophalen Folgen.

Ein traum aus kickstarter-geldern

Die Idee war kühn: Ein MMORPG, das sich von traditionellen Spielen abheben sollte, ohne Klassen, mit Spielergesteuerten Strukturen wie Tabernnen und Feldern und einem Wirtschaftssystem, das den Spielern echte Kontrolle gab. Unterstützt von der Bekanntheit der Pathfinder-IP und zwei erfolgreichen Kickstarter-Kampagnen – die erste eine kostspielige Demo, die zweite eine ambitionierte Finanzierung für das eigentliche Spiel – sammelten Paizo und Goblinworks rund 1,6 Millionen Dollar. Ein beeindruckender Betrag, der die Erwartungen der Community in die Höhe trieb.

Doch was folgte, war eine Reihe von Versprechungen, die nie gehalten wurden. Statt einer lebendigen Spielwelt präsentierten die Spieler eine ausgelassene und unfertige Erfahrung. NPCs fehlten, der Chat für Gilden war nicht vorhanden, die Subastien waren unkontrollierbar, und die Monster lieferten kaum Worthilfe. Die Spieler beschwerten sich, die Entwickler reagierten mit pauschalenAussagen und dem Argument, dass das Spiel von der Community aufgebaut werden müsse. Ein fataler Fehler.

Der absturz von goblinworks

Der absturz von goblinworks

Die Unzufriedenheit der Spieler mündete in massiven Kritik und schließlich in Entlassungen bei Goblinworks, dem Entwicklerstudio. Die Finanzierungslage verschärfte sich, und 2017 wurde bekannt gegeben, dass das Projekt finalisiert werden müsse – auch wenn die Rahmenbedingungen äußerst schwierig waren. Nach einem weiteren Jahr des Kampfes wurde Pathfinder Online schließlich 2021 abgeschaltet. Ein tragischer Abschluss für ein Projekt, das so viel Potenzial versprochen hatte.

Heute ist Pathfinder vor allem für Kingmaker und Wrath of the Righteous bekannt – strategische Rollenspiele, die die Stärken der IP besser nutzen. Pathfinder Online bleibt eine dunkle Episode in der Geschichte von Paizo, die zeigt, wie wichtig eine realistische Planung und die Erfüllung von Erwartungen sind, wenn es um ambitionierte Projekte geht.