Pocketbook inkpad one: vielversprechend, aber mit abstrichen
Der PocketBook InkPad One verspricht ein neues Kapitel für den E-Book-Lesefreund – und das mit einer Bildschirmgröße, die Comic- und PDF-Enthusiasten begeistern dürfte. Doch die gestalterischen Kompromisse und der Preis werfen Fragen auf.
Ein bildschirm, der potenzial verspricht, aber noch nicht überzeugt
Die 10,3-Zoll-E-Ink-Display-Technologie im InkPad One ist zweifellos das auffälligste Merkmal des Geräts. Für den Konsum von Comics und PDF-Dokumenten bietet die große Diagonale definitiv Vorteile, allerdings mangelt es dem Bildschirm noch an Kontrast. Die Schwarzwerte sind lediglich matt und wirken diffus, was die Lesbarkeit bei schlechten Lichtverhältnissen beeinträchtigt. Die Auflösung von 1.404 x 1.872 Pixeln bei 266 DPI und 16 Stufen Grauton sind zwar ausreichend, aber der fehlende Kontrast ist ein deutliches Manko.

Funktionalität und konnektivität – pocketbook im besten sinne
Als PocketBook-Gerät erledigt der InkPad One seinen Job zuverlässig. Die Unterstützung von über 30 Dateiformaten ohne Umwandlung – von ACSM über AZW3 bis hin zu PDF – ist ein Pluspunkt für alle, die Wert auf Flexibilität legen. Die Integration von eBiblio und Libby ermöglicht den Zugriff auf digitale Bibliotheksbestände. Die Cloud-Funktionalität mit bis zu 5 GB Speicherplatz und den entsprechenden Apps für Android und iOS ist praktisch, wenn auch etwas eingeschränkt in der Synchronisierung von Lesezeichen.

Apps und funktionen: ein hauch von verwirrung
Die mitgelieferten Apps wie Notizblock und Spiele sind eher ein nettes Extra als ein zentrales Verkaufsargument. Die Unterstützung für JPEG-, BMP-, PNG- und TIFF-Bilder sowie MP3-, MP3.ZIP-, OGG- und OGG.ZIP-Audiodateien ist zwar vorhanden, aber die Bedienung der jeweiligen Apps könnte verbessert werden. Die Bluetooth-Konnektivität für die Audiowiedergabe ist ein willkommener Zusatz.
Preisfrage: eine tablet-alternative?
Der Preis von rund 290 Euro macht den InkPad One zu einer interessanten Alternative zu Tablets. Allerdings fehlt ihm die Flexibilität und die Farbunterstützung eines Tablets. Für Comic- und PDF-Leser könnte sich der Kauf lohnen, für alle anderen gilt: Eine sorgfältige Abwägung der Vor- und Nachteile ist empfehlenswert. Der InkPad One ist ein PocketBook – und das ist auch gut so. Aber die Bildschirmqualität lässt zu wünschen übrig und die Preisgestaltung ist ambitioniert.