Rockstar games im visier: steuerkontroverse um gta-entwickler eskaliert
Ein neuer sturm braut sich zusammen
Die Gaming-Welt ist derzeit in Aufruhr. Nachdem die jüngsten Entlassungen bei Rockstar Games in Edinburgh für massive Proteste sorgten, kommt nun eine weitere Kontroverse hinzu: Der sogenannte „Grand Theft Tax“. Medien in Schottland berichten, dass Rockstar Games seit 2014 über 504 Millionen Pfund an Steuererleichterungen durch das Video Games Tax Relief (VGTR) erhalten hat – ein Programm, das britische Spieleentwickler fördern soll. Diese Summe, kombiniert mit den aktuellen Umständen, sorgt für heftige Kritik.

Was ist das video games tax relief (vgtr)?
Das VGTR wurde vom britischen Staat geschaffen, um die heimische Spieleindustrie zu unterstützen. Es ermöglicht Unternehmen, bis zu 20 Prozent ihrer Entwicklungskosten zurückzufordern. In den Jahren 2024/2025 allein soll Rockstar Games mehr als 70 Millionen Pfund dieser Hilfen bezogen haben, während das Unternehmen gleichzeitig hohe Gewinne und Umsätze verzeichnete – 87 Millionen Pfund Gewinn und 508 Millionen Pfund Umsatz.
Die kritik wächst
Die Kombination aus Steuererleichterungen, hohen Gewinnen und den umstrittenen Entlassungen hat zu einer hitzigen Debatte geführt. Tracy Gilbert, Abgeordnete von Edinburgh North and Leith, bezeichnete die Situation als „Grand Theft Tax“. Sie fordert eine Überprüfung des VGTR, um sicherzustellen, dass Unternehmen, die diese Gelder erhalten, die grundlegenden Rechte ihrer Mitarbeiter respektieren – etwas, das Rockstar Games nach Ansicht vieler Kritiker bisher nicht getan hat.
Dividendenausschüttungen und investoren
Ein weiterer Streitpunkt ist das Schicksal der Gewinne. Im gleichen Jahr, in dem Rockstar Games über 70 Millionen Pfund an Steuererleichterungen erhielt, wurden 85 Millionen Pfund an Dividenden an die Aktionäre ausgeschüttet. Große Investoren wie Vanguard und BlackRock halten zusammen rund 18 Prozent der Anteile an Take-Two, der Muttergesellschaft von Rockstar Games. Der saudi-arabische Staatsfonds PIF besitzt sogar 6,5 Prozent. Ein Teil des britischen Steuergeldes fließt also in die Taschen internationaler Investmentfonds.
Die rolle des iwgb und die entlassungen
Der Gewerkschaftsverband IWGB geht noch weiter und kritisiert, dass Rockstar Games fast ein Viertel des gesamten VGTR-Geldes (73 Millionen Pfund von 327 Millionen Pfund im Jahr 2023/2024) erhalten hat, was kleineren Studios, die diese Unterstützung dringender benötigen, den Zugang erschwert. Die Entlassungen, bei denen 34 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verloren, wurden von der Gewerkschaft als Reaktion auf Versuche zur gewerkschaftlichen Organisierung interpretiert. Dies führte zu Protesten und einer offenen Petition von über 220 Mitarbeitern zur Reintegration der Betroffenen.
Rockstars stellungnahme und die zukunft
Rockstar Games weist die Vorwürfe zurück und argumentiert, dass die Entlassungen auf Mitarbeiter zurückzuführen seien, die vertrauliche Informationen über nicht angekündigte Spiele preisgegeben haben. Das Unternehmen betont zudem, dass es seit 2014 über 1.000 Arbeitsplätze im kreativen Sektor in Schottland und England geschaffen hat. Die politische Debatte ist jedoch noch lange nicht abgeschlossen, und eine Überprüfung des VGTR scheint unausweichlich zu sein. Der Ausgang des Rechtsstreits zwischen den entlassenen Mitarbeitern und Rockstar Games wird ebenfalls genau beobachtet.
n