Wm-finale: madonna und co. – ein show-desaster mit folgen

Argentinien und Spanien liefern im Finale der Fußball-Weltmeisterschaft ein packendes Spiel. Doch die aufwendige Halftime-Show mit Stars wie Madonna, Shakira und Robbie Williams wirkt in diesem Moment der sportlichen Intensität deplatziert und überflüssig.

Die show, die das spiel trübt

Die Bühne in East Rutherford wurde in eine surreale Kulisse verwandelt, die mehr an einen Super Bowl-Halftime-Show erinnerte als an eine Begleitung zum Fußballfinale. Madonna, Shakira, Burna Boy und sogar die Sesamstraße und die Muppets sorgten für eine bunte, aber letztlich unpassende Unterhaltung.

Ein groteskes Arrangement

Ronaldinho und Ronaldo, brasilianische Fußballlegenden, teilten sich die Bühne mit der unbestrittenen Ikone Madonna. Justin Bieber und Coldplay ließen die Menge mit ihren Auftritten ebenso enttäuschen wie die versprochene „language spoken without words“ von Tom Cruise. Selbst Michael Buffer, der legendäre Ringsprecher, wirkte mit seinem „Let’s get ready to rumble“ in diesem Kontext völlig fehl am Platz.

Tempo-stop und graffitis

Tempo-stop und graffitis

Die Planung hinter dieser spektakulären Inszenierung war offenbar beeindruckend. Kurz vor Anpfiff wurde der Rasen mit einem überdimensionalen Graffito bedeckt, an dem Ronaldo der Ältere mit Justin Bieber als Beifahrer teilnahm – eine kreative, wenn auch etwas bizarre Idee. Der Einsatz von Planen und die rhythmisch aufgemöbelten Klassiker zeugten von einem Versuch, den Fußball in Nordamerika für ein amerikanisches Publikum ‚anlocken‘.

Ein Wandel in der Wahrnehmung?

Luis de la Fuente, der spanische Trainer, prognostizierte bereits: „In ein paar Jahren wird es völlig normal sein, dass eine Halbzeitpause an einem solchen Anlass 30 Minuten dauert.“ Die Fifa scheint die Konventionen zu brechen und eine neue Ära der Entertainment-orientierten Fußball-Events einzuleiten. Es ist ein kalkuliertes Risiko, das sich nun auszahlt.

Madonna – die marketing-queen

Madonna – die marketing-queen

Es ist bemerkenswert, dass die Fifa sich für Madonna entschied, anstatt für Taylor Swift. Die Sängerin, die sich schon lange als gesellschaftliche Normbrecherin etabliert hat, symbolisiert eine neue Strategie der Markenbotschafterschaft. Ein Statement, das die Welt der Sportmarketing nachhaltig verändern könnte.

Fazit:

Die WM-Finale mit ihrer extravaganten Show-Begleitung ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits bietet sie Unterhaltung und sorgt für einen zusätzlichen Nervenkitzel. Andererseits lenkt sie von dem eigentlichen Geschehen ab und untergräbt den intimen Charakter des Fußballs. Ein Risiko, das sich nun auszahlt – zumindest in Bezug auf die Medienaufmerksamkeit.